Kräuter- und Gewürzöle selber machen

Kräuter- und Gewürzöle

Die dekorativen Flaschen mit Kräuter- und Gewürzölen sind nicht nur etwas für das Auge. Sie verleihen Pastagerichten, Risotto, Saucen und Salaten den letzten Touch. Die Kräuter und Gewürze entfalten im Öl ihr volles Aroma und sollten in keiner Küche fehlen. Kräuter- und Gewürzöle selber machen ist keine Hexerei. Die Kräuter- und Gewürzöle sind wochenlang haltbar. Je länger die Kräuter und Gewürze ziehen, desto aromatischer wird das Öl.

Jeder, der schon selbst aromatisierte Öle angesetzt hat, schwört auf sein persönliches Rezept. Die Gewürzöle sind schnell zubereitet und können noch als ein Last-Minute-Geschenk glänzen. In einer dekorativen Flasche, hübsch verpackt, sind sie ein Hingucker. Legen Sie noch ein Rezept und ein paar Zutaten für Pasta dazu. Darüber freut sich jeder Pastafan.

Kräuter- und Gewürzöle selber machen

Das Öl

Die Grundlage bilden geschmacksneutrale Öle wie Olivenöl oder Sonnenblumenöl. Eine gute Qualität ist wichtig. Nur kaltgepresste Öle verwenden. Achten Sie beim Einkaufen auf das Etikett. Auf dem Etikett muss kaltgepresst stehen. Bei Olivenöl steht zusätzlich extra oder extra vergin. Kaltgepresst bedeutet, dass das Öl ausschließlich mit mechanischen Verfahren aus den Oliven oder Sonnenblumenkernen gepresst wird. Es wird nicht erhitzt und enthält keine weiteren Zusätze. 

Die Kräuter

Am besten sind unbehandelte frische Kräuter aus eigenem Garten oder Balkon. Diese Kräuter müssen nicht gewaschen werden, es reicht sie auszuschütteln. Beliebte Kräuter sind Rosmarin, Thymian, Basilikum, Estragon, Salbei, Oregano, Lorbeer, Bärlauch, Minze und Zitronenmelisse.

Knoblauchöl mit Thymian

Die Gewürze

An Gewürzen eignen sich am besten Pfefferkörner, Gewürznelken, Wacholderbeeren, Kardamom und Zimt. 

Knoblauch und Chili

In der mediterranen Küche wird viel mit Knoblauch und Chili gekocht. Sehr beliebt sind Kombinationen mit Kräutern und Gewürzen. Sie lieben scharfe Gerichte? Dann ist Chiliöl das Richtige für Sie. Chili gibt es von mild bis ganz scharf. Am besten eignen sich getrocknete Chilis. Damit das Öl länger haltbar ist, empfiehlt es sich den Knoblauch und Chili vorher eine Minute zu blanchieren.

Kräuter- und Gewürzöle aufbewahren

Am liebsten würde man die dekorativen Flaschen offen in der Küche oder auf dem Fensterbrett aufstellen. Nur ist es keine gute Idee. Öl mag keine Wärme und sollte nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Das Öl am besten dunkel und kühl aufbewahren. Wenn das Öl zu warm steht, wird es ranzig, das merkt man sehr schnell am Geruch. Der Kühlschrank ist zur Aufbewahrung ebenfalls ungeeignet. Durch die Kälte bekommt das Öl Schlieren, wird trüb und flockt aus. Genauso wenig mag das Öl Sauerstoff. Deshalb sollte man die Flaschen immer gut verschließen.

Reines Olivenöl hält sich bei richtiger Lagerung mindestens 24 Monate. Die selbst gemachten Kräuter- und Gewürzöle sind 4–6 Monate haltbar. Frische Kräuter, Knoblauch und Chili können nach einiger Zeit zu schimmeln anfangen, wenn sie nicht ganz mit Öl bedeckt sind oder bei der Zubereitung nicht ganz trocken waren. Will man ganz sichergehen, entfernt man die Kräuter nach ca. 4 Wochen.

Zitronenöl mit Rosmarin

Dekorative Flaschen für Kräuter- und Gewürzöle

Im Prinzip können beliebige Gläser und Flaschen mit verschließbarem Deckel verwendet werden. Ich verwende kleine dekorative Flaschen, die ich auch auf den Tisch stellen kann. So kann sich jeder noch zusätzlich bedienen. Zum Verschenken sind dekorative Flaschen ein MUSS.

Ich verwende gerne kleinere Flaschen mit ca. ¼ l Inhalt, um die Kräuter- und Gewürzöle zügig zu verbrauchen. 

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Tipps zur Zubereitung

  • Glasflaschen mit größerer Öffnung heiß abspülen und gut trocknen lassen. Bevor die Flaschen befüllt werden, müssen sie ganz trocken sein.
  • Alle Zutaten müssen trocken sein, sonst fangen sie zu früh zu schimmeln an.
  • Die Menge der Kräuter und Gewürze richtet sich nach dem eigenen Geschmack und der Flaschengröße. Die Zutaten müssen vollständig mit Öl bedeckt sein.
  • Mindestens 2 Wochen kühl und dunkel ziehen lassen.
  • Die Rezepte sind für ca. ¼ l große Flaschen angegeben

Rezepte für Kräuter- und Gewürzöle

Zitronenöl

  • 1 größere Bio-Zitrone
  • ca. 200–250 ml Olivenöl

Die Zitronenschale mit einem Sparschäler in Spiralen oder Streifen dünn abschälen. Die Schale eventuell in dünnere Streifen schneiden. 2 bis 3 Tage auf einem Küchentuch oder in einem Sieb trocknen lassen.

Die getrocknete Zitronenschale in die Flasche (250 ml) geben und mit Olivenöl auffüllen. Mindestens 2 Wochen kühl und dunkel ziehen lassen.

Ideal zu Fisch, Salaten, Pasta, Risotto, Aufstriche und Pesto

Zitronenöl mit Rosmarin

Tipp: Mit der getrockneten Zitronenschale lässt sich auch Gewürzsalz zubereiten. Die Schale vor dem Trocknen in kleine Stücke schneiden. Nach dem Trocknen zusammen mit grobem Meersalz in einen Multizerkleinerer geben und zerkleinern. Das Zitronensalz in eine Gewürzmühle oder ein hübsches Glas mit Deckel umfüllen.

Steinpilzöl

  • 10 g–15 g getrocknete Steinpilze
  • 200–250 ml Olivenöl
  • wahlweise: 1 Zehe Knoblauch
  • wahlweise: 1 Zweig frischen Thymian

Die Zutaten in die Flasche füllen und mit Olivenöl aufgießen. Die Zutaten müssen bedeckt sein. Etwa 2 Wochen ziehen lassen. Das Öl wird aromatischer, je länger die Steinpilze ziehen. 

Die Steinpilze setzen sich am Boden ab. Ich fülle die Flasche mit frischem Olivenöl auf, wenn ich etwa die Hälfte verbraucht habe und lasse die Steinpilze noch einmal ziehen.

Das intensive Pilzaroma ist ideal zu Pasta und Risotto. Es verfeinert auch Saucen und Salate.

Knoblauch- und Rosmarinöl

  • 4–6 Knoblauchzehen
  • 1 Zweig frischer Rosmarin oder frischer Salbei

Die Knoblauchzehen schälen und halbieren. Mit den Kräutern in eine Flasche geben und mit Olivenöl auffüllen.

Sie können auch nur Knoblauch oder frischen Rosmarin nehmen. Ich bevorzuge die Mischung aus Knoblauch und Rosmarin, weil sie so gut zur mediterranen Küche passt. Das Knoblauch-Rosmarinöl passt auch gut zu kurz gebratenem Fleisch.

Knoblauchöl mit Chili und Rosmarin
Knoblauchöl mit Chili und Rosmarin

Chiliöl

  • Chilis
  • wahlweise: Pfefferkörner

Die Menge nach dem persönlichen Geschmack. Wer es schärfer mag, nimmt mehr und scharfe Chilis. Getrocknete Chilis eignen sich am besten. Frischen Chili nach ein paar Wochen heraus nehmen, bevor es zu schimmeln anfängt. Die Chilis ganz lassen oder in Ringe schneiden. In eine Flasche geben und mit Öl auffüllen.

Das Pfefferöl mit Chilis ist gut zum Grillen und Braten.

Tomatenöl

  • getrocknete Tomaten (nicht in ÖL eingelegt)
  • Knoblauchzehen nach Geschmack

Die Knoblauchzehen schälen und halbieren. Mit den getrockneten Tomaten in eine Flasche geben und mit Olivenöl auffüllen.

Basilikumöl

  • frische Basilikumblätter
  • 1 Stück Sardellenfilet
  • Salz
  • Zitronensaft
  • Olivenöl

Die Basilikumblätter mit dem Sardellenfilet und etwas Salz im Mörser zerkleinern. In eine Flasche geben, etwas frisch gepressten Zitronensaft zugeben und mit Olivenöl auffüllen.

Basilico sott’olio – Basilikum in Öl eingelegt

Das in Olivenöl eingelegte Basilikum schmeckt mit der Zeit viel intensiver als frisches Basilikum. Mit dieser Methode wird frisches Basilikum über den Winter konserviert. Basilikum ist nicht winterhart und wenn im Herbst die Temperaturen fallen, müssen die Pflanzen entweder in die Wohnung gestellt oder abgeerntet werden. Mit dem frischen Basilikum kann man ein Pesto zubereiten und den Rest einlegen. Das eingelegte Basilikum passt zu Antipasti und Bruschetta oder wird zum Würzen wie frisches Basilikum verwendet.

  • viele frische Basilikumblätter (Die Blätter müssen ganz trocken sein)
  • Grobes Meersalz
  • Olivenöl
  • passendes Glas mit Twist-off Deckel und größerer Öffnung

Wahlweise die Blätter ganz oder in Streifen geschnitten, schichtweise mit wenig Salz, in ein Glas geben. Mit Olivenöl auffüllen, ca. 1 cm über dem Basilikum. Mindestens 2 Wochen ziehen lassen.


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